Unser Personalentwicklungs-Blog

Blogeinträge zur Personalentwicklung

 

Laufend finden Sie hier interessante Beiträge rund um das Thema Mitarbeiter, Führung, Mitarbeitertraining, Personalentwicklung, Coaching, Management und vieles mehr. Geschrieben werden unsere Texte von unseren Trainern und Coaches, die ihr Wissen nur zu gern an Sie weitergeben. Jede Woche finden Sie hier einen neuen Blogeintrag, der Sie über die Welt der Personalentwicklung auf dem Laufenden hält. Außerdem informieren wir sie über zukünftige Events und Seminare, die für Sie interessant sein können. Wir freuen uns über Ihre Kommentare, Anmerkungen und natürlich über ein reges Teilen in den Sozialen Medien.

 

Benehmen ist Glückssache… und hat auch etwas mit mir zu tun

 

 

Meine Deutschlehrerin war ein „strenger Drachen“. Und sie hatte ihre eigene Logik. Viel schlimmer waren ihre stets ungeliebten Sprüche, heute würde man sagen „Mantren“: „Benehmen ist Glückssache.“ und  „Fremdworte sind Glückssache.“

 

So handelte ich mir in der zehnten Klasse eine ungeliebte Strafarbeit ein. Sie, nennen wir sie Frau A., zwang mich - quasi über Nacht-  ein Fremdwort, das ich zuvor nicht korrekt benutzt oder ausgesprochen hatte, 30 mal fehlerfrei hinter einander aufsagen zu können, und zwar vor der gesamten Klasse.

 

Was wohl heute in Schulen passieren würde, würde ein Lehrer eine solche Strafarbeit aufgeben? Das Wort habe ich bis heute nicht vergessen und benutze es gerne ebenfalls - einfach nur so zum Spaß.

 

Es heißt: Determinativkompositum (nominale Wortzusammensetzung, bei der das erste Wort das Zweitwort näher bestimmt wie zum Beispiel ‚Parkplatz‘, 'Schneckenhaus', 'Fußballplatz'. ).

 

 

Was hat das nun mit Benehmen zu tun? So einfach und schlicht die Prinzipien meiner Deutschlehrerin waren, so oft holen Sie mich heute (zugegeben, ich bin auch keine 20 mehr) doch immer wieder ein. Beispielsweise bei der Ausübung bestimmter sozialer Rollen. Wir haben soziale Rollen (in der Regel circa um die 13, von der Tochter über die Freundin, die Mutter bis hin zur Trainerin usw.), und in jeder dieser Rollen verhalten wir uns in Nuancen anders. Nehmen wir ein Alltagsbeispiel: die Schlange an der Kasse. Wie verhalten sich Menschen dort? Wer drängelt sich vor? Wer hat es besonders eilig? Wer weist die anderen Wartenden an, ihre Waren doch etwas zügiger auf das Band zu legen, so dass allgemein nachgerückt werden kann?

 

Oder eine andere beliebte soziale Rolle: die des Autofahrerfahrers (oh, Entschuldigung: natürlich sind auch die Autofahrerinnen gemeint). Fast könnte ich mich dazu hinreißen lassen, mich selbst in dieser Rolle als Tiradenmeisterin und Konfliktsüchtige zu bezeichnen.

 

Wir machen es aber eleganter: es ist aber auch ein Stress, auf der Straße bestehen zu können, oder? Hierfür gibt es im übrigen auch ein super Fremdwort (Frau A. wäre bestimmt stolz auf mich): Rollenambiguitätstoleranz; es bezeichnet  „die Fähigkeit, Vieldeutigkeit und Unsicherheit zur Kenntnis zu nehmen und ertragen zu können.“ (Häcker/Stapf (Hg.): Dorsch Psychologisches Wörterbuch 2004: 33) - beispielsweise die unterschiedlichen Erwartungen an eine Rolle/einen Menschen.

 

Zurück zum Thema: Benehmen/soziales/wertschätzendes Verhalten war mir vermutlich nicht unwichtig, wird mir aber scheinbar im Laufe der Jahre, in denen langsam vermeintlich „happy“ und „Birthday“ getrennte Wege gehen, immer wichtiger.

 

Es hat also auch immer etwas mit mir zu tun, dieses Benehmen. War ja klar. Deshalb hier einige Beispiele aus meiner persönlichen Hitliste der Benimmirrtümer (Puh, wer kann das denn alles wissen?):

 

Im Alltag:

Gesundheit.

Irrtum: Gesundheit sagt man nicht mehr, wenn jemand niesen muss.

Richtig ist: Gesundheit wünschen gilt schon seit Jahrhunderten als nicht kultiviert.

 

Oh, wie peinlich.

Irrtum: hat jemand vergessen, den Reißverschluss seiner Hose zuschließen, so sieht man wirklich darüber hinweg.

Richtig ist: es ist rücksichtslos, Mitmenschen so durch die Gegend laufen zu lassen.

 

Kein Problem.

Irrtum: bedankt sich jemand, so ist die höfliche Antwort darauf :„Kein Problem.“

Richtig ist: wenn es kein Problem war, muss es auch nicht extra erwähnt werden.

 

Tatort Restaurant

Schaumschläger.

Irrtum: man darf den Schaum von Cappuccino oder Latte Macchiato löffeln.

Richtig ist: Cappuccino oder Latte Macchiato sind Getränke, daher sollte man sie nur trinkend genießen.

 

Zahnstocher

Irrtum: Zahnstocher, die auf dem Tisch stehen, dürfen auch bei Tisch benutzt werden, wenn man dabei die Hand vor den Mund hält.

Richtig ist: Zahnstocher werden niemals bei Tisch benutzt.

 

Ist doch nur Papier.

Irrtum: Papierservietten werde nach dem Essen auf den Teller gelegt.

Richtig ist: Papier- und Stoffservietten werden heute gleich behandelt und landen niemals auf dem Teller.

 

Feste und mehr.

Persönliches Geschenk ohne Karte.

Irrtum: übergebe ich ein Geschenk persönlich, dann muss keine Karte dabei sein.

Richtig ist: zu jedem Geschenk gehört ein kleines Kärtchen.

 

Buch in der Folie.

Irrtum: Bücher verschenkt man am besten in der Schutzfolie, damit Sie gegebenenfalls umgetauscht werden können.

Richtig ist: auch ein Buch ohne Folie kann umgetauscht werden; bei einem Geschenk hat Schutzfolie nichts zu suchen.

 

Quelle: Meyden, Nandine: Lexikon der Benimmirrtümer, Berlin 2009

 

Vielleicht haben sie sich das eine oder andere Mal auch schon gefragt, was allgemeine Regelwerke zum Thema „richtiges Benehmen“ vorschlagen.

 

Was heißt das jetzt für die „Glückssache Benehmen“?

Angesichts der unumstößlichen Tatsache, dass das Jahr sich wieder einmal dem Ende zuneigt:

Es kommt stets wieder überraschend und gestaltet sich häufig wieder hektisch.

 

 

Das nächste Mal, wenn alle anderen Autofahrer einmal wieder nicht fahren können… Oder wenn keiner es so eilig an der Kassenschlange haben kann wie ich… Oder wenn jemand sich viel zu viel Zeit nimmt, mich zu bedienen, oder: wenn ich selbst einen Tagesgruss halbherzig dahinmurmle, oder, oder…

 

 

Dann denke ich einmal mehr und umso lieber an meine wirklich geschätzte Deutschlehrerin. So streng sie war, so sehr hatte sie Recht.

 

Benehmen ist Glückssache - und umso leichter möglich, wenn meine Einstellung stimmt.

Gegenüber den Menschen, den Dingen, der Zeit… Und vor allem mir selbst.

 

In diesem Sinne: auf in den Jahresendspurt. Viel Glück dabei. Es ist Ihre Sache.

 

Gibt es ein Thema, das sie brennend interessiert und sie mehr darüber erfahren wollen? Dann schreiben Sie uns jetzt eine E-Mail auf stefanie@zunft-im-inter.net 

Wir freuen uns über Ihre Themenvorschläge.

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